Lesezeit 6 Minuten / Lars Buchwald / 17.07.2026
Professionelle Öffnungstechnik von Multipick und Verantwortung
Inhalt des Beitrages
→ Warum professionelle Öffnungstechnik Verantwortung braucht
→ Wofür Öffnungswerkzeuge tatsächlich entwickelt wurden
→ Ein Werkzeug ist nur ein Teil der ganzen Situation
→ Was Untersuchungen über Wohnungseinbrüche wirklich zeigen
→ Schraubendreher statt Dietrich – die Realität hinter den Zahlen
→ Was die Statistiken nicht beweisen können
→ Unsere Verantwortung
Natürlich werden wir immer wieder über die verschiedensten Kanäle mit demselben Vorwurf konfrontiert: „Ihr verkauft doch Werkzeuge für Einbrecher.“ Deshalb möchte ich erklären, wie wir bei Multipick dieses Thema sehen.
Auch privat begegnet es mir regelmäßig. Wenn man neue Menschen kennenlernt, kommt irgendwann ganz selbstverständlich die Frage: „Und, was machst du beruflich?“ Mittlerweile habe ich darauf eine gewisse Routine entwickelt. Ich erkläre, dass wir zu den führenden Herstellern professioneller Sperr- und Öffnungswerkzeuge gehören, und füge meist direkt hinzu, für wen diese Werkzeuge entwickelt werden und in welchen Situationen sie zum Einsatz kommen. Denn schon der Begriff „Sperrwerkzeuge“ hat mehr als einmal für ein Stirnrunzeln gesorgt. So viel kann ich verraten. Trotz aller Erklärungen folgt nicht selten die Schlussfolgerung: „Also Werkzeuge, mit denen man einbrechen kann.“ An diesem Punkt frage ich mein Gegenüber häufig, ob es sich schon einmal ausgesperrt hat. Ob vielleicht ein Kind, ein Hund oder ein älterer Angehöriger hinter einer verschlossenen Tür war. Dann wird das Thema sehr schnell greifbarer. Trotzdem gehört es offenbar zu unserer Branche, den Sinn und die Berechtigung professioneller Öffnungstechnik immer wieder erklären zu müssen. Das wird sich vermutlich auch in Zukunft nicht ändern. Ich möchte erklären, wofür unsere Werkzeuge gebraucht werden, welche Verantwortung mit ihrer Darstellung und Nutzung verbunden ist und was belastbare Untersuchungen über typische Einbruchsmethoden tatsächlich zeigen. Denn eines ist für mich klar:
Professionelle Öffnungstechnik braucht Verantwortung
Multipick entwickelt Werkzeuge, mit denen Schlösser geöffnet werden können. Genau dafür werden sie gebaut. Unsere Haltung ist da sehr eindeutig: Professionelle Öffnungstechnik gehört in verantwortungsbewusste und berechtigte Hände. Sie unterstützt Feuerwehren, Behörden, Schlüsseldienste, Sicherheitsfachleute und andere qualifizierte Anwender bei ihrer Arbeit. Eine unberechtigte Öffnung fremden Eigentums lehnen wir ohne Einschränkung ab.
Wir wissen, was unsere Werkzeuge können. Deshalb sprechen wir ebenso offen über Verantwortung und Grenzen wie über ihre technischen Möglichkeiten.
Warum professionelle Öffnungstechnik gebraucht wird
Eine verschlossene Tür schützt Menschen, Eigentum und Privatsphäre. In einer Notsituation kann sie jedoch zu einem Hindernis werden.
Zwei dokumentierte Einsätze zeigen, was damit gemeint ist:
Am 9. Januar 2026 wurden Feuerwehr und Rettungsdienst in Gehrden zu einer älteren Frau gerufen. Sie war vermutlich in ihrem Haus gestürzt und lag hinter einer verschlossenen Haustür. Durch ein Fenster konnten die Einsatzkräfte erkennen, dass sie medizinische Hilfe benötigte. Die Feuerwehr öffnete die Haustür mit speziellem Werkzeug und ermöglichte dem Rettungsdienst den Zugang. Anschließend wurde die Frau in eine Klinik gebracht. Die Tür konnte nach dem Einsatz wieder verschlossen werden.[1]
Ein anderer Einsatzbericht aus München beschreibt einen verschlossenen Pkw, in dem sich ein sechs Monate altes Baby und ein kleiner Hund befanden. Einsatzkräften gelang es, das Fahrzeug ohne Beschädigung zu öffnen.[2] Die Berichte nennen keine Werkzeugmarken. Sie belegen daher nicht, dass bei diesen Einsätzen Produkte von Multipick verwendet wurden. Sie zeigen aber, warum professionelle Öffnungstechnik benötigt wird.
Hinter einer verschlossenen Tür kann sich eine gestürzte Person befinden. Ein Kind oder ein Tier kann in einem Fahrzeug eingeschlossen sein. In einer Wohnung kann Essen auf dem Herd stehen, während der Bewohner keinen Zugang mehr hat. In solchen Situationen benötigen Fachkräfte unterschiedliche Möglichkeiten. Abhängig von der Lage kann eine Tür mit spezialisierten Werkzeugen geöffnet werden. In anderen Fällen ist ein gewaltsamer Zugang notwendig. Welche Methode angemessen ist, entscheiden die Einsatzkräfte vor Ort.
Ein Werkzeug ist nur ein Teil der ganzen Situation
Natürlich entscheidet am Ende der Mensch darüber, wie ein Werkzeug eingesetzt wird. Trotzdem tragen auch Hersteller und Händler Verantwortung. Durch die Darstellung ihrer Produkte, ihre Kommunikation und die Anwendungen, die sie zeigen oder fördern, prägen sie den Umgang mit diesen Werkzeugen. Deshalb machen wir deutlich: Professionelle Öffnungstechnik ist kein Freibrief, die Grenzen fremden Eigentums auszutesten.
Das gilt auch für Lockpicking. Es kann eine anspruchsvolle technische Beschäftigung sein und vermittelt Wissen über Schließmechanismen, Feinmotorik und mechanische Zusammenhänge. Die Voraussetzung ist jedoch immer, dass ausschließlich eigene Trainingsschlösser oder ausdrücklich freigegebene Schließsysteme verwendet werden. Technisches Interesse endet dort, wo die Rechte anderer Menschen beginnen. Das gilt unabhängig davon, ob eine Öffnung als Übung, Mutprobe oder vermeintlich harmlose Herausforderung bezeichnet wird. Ohne Zustimmung gibt es keine legitime Öffnung.
Was Untersuchungen über Wohnungseinbrüche wirklich zeigen
Bei Diskussionen über Öffnungswerkzeuge entsteht schnell das Bild eines hoch spezialisierten Einbrechers, der ein Schloss beinahe geräuschlos z.B. mit einem professionellen Pickset öffnet.
Die verfügbaren Untersuchungen zeichnen ein anderes Bild.
Die Polizeiliche Kriminalstatistik verzeichnete für das Jahr 2025 insgesamt 82.920 Fälle von Wohnungseinbruchdiebstahl einschließlich der Versuche. 44,9 Prozent dieser Taten blieben im Versuchsstadium.[3] Die Polizeiliche Kriminalprävention weist darauf hin, dass viele Wohnungseinbrüche von Gelegenheitstätern begangen werden. Häufig greifen sie Fenster und Türen mit einfachen Hebelwerkzeugen an.[4] Eine bundesweite, aktuelle Aufschlüsselung nach einzelnen Werkzeugarten oder Werkzeugmarken enthält die Polizeiliche Kriminalstatistik allerdings nicht. Sie erlaubt daher keine Aussagen darüber, wie oft Produkte eines bestimmten Herstellers bei einer Straftat verwendet wurden.
Eine Aussage wie „Werkzeuge der Marke X wurden nur in 0,1 Prozent aller Fälle eingesetzt“ lässt sich mit der Polizeilichen Kriminalstatistik nicht belegen. Für eine genauere Einordnung können ältere Aktenanalysen herangezogen werden. Eine Untersuchung des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen wertete unter anderem 2.403 analysierbare Fallakten aus Bremerhaven, Berlin, Hannover, Stuttgart und München aus. Die Fälle stammen aus dem PKS-Jahr 2010, die Ergebnisse wurden später veröffentlicht.[5]
Bei den Fällen, in denen ein Werkzeug identifiziert werden konnte, ergab sich unter anderem folgende Verteilung:
| Identifiziertes Werkzeug | Anteil |
|---|---|
| Schraubendreher | 42,6 % |
| Nageleisen beziehungsweise Kuhfuß | 7 ,0 % |
| Brechstange | 4,4 % |
| Akkubohrmaschine | 3,0 % |
| Hammer | 3,0 % |
| Dietrich | 1,3 % |
Die Werte beziehen sich ausschließlich auf Fälle, in denen ein Werkzeug bestimmt werden konnte. Außerdem waren Mehrfachangaben möglich. Sie dürfen daher nicht wie ausschließliche Marktanteile zusammengerechnet werden.[6] Weitere 37,6 Prozent wurden in der Untersuchung lediglich unter „sonstige Werkzeuge“ zusammengefasst. Da diese Sammelkategorie nicht näher aufgeschlüsselt wurde, lässt sich daraus nicht ableiten, ob es sich um allgemein verfügbare Werkzeuge oder um spezialisierte Öffnungswerkzeuge handelte. Wir beziehen diese Gruppe deshalb nicht in den direkten Vergleich ein. Bei den eindeutig benannten Werkzeugarten zeigt sich dennoch ein deutlicher Unterschied: Schraubendreher wurden mit 42,6 Prozent wesentlich häufiger identifiziert als Dietriche mit 1,3 Prozent. Auch Nageleisen beziehungsweise Kuhfuß und Brechstangen lagen in der Auswertung deutlich vor dem Dietrich. Eine weitere Untersuchung aus Köln und Leverkusen bestätigt die große Bedeutung des Aufhebelns. Bei angegriffenen Haus-, Wohnungs- und Nebeneingangstüren war das Hebeln an der Öffnungsseite mit 62,29 Prozent die häufigste festgestellte Vorgehensweise. Einwirkungen auf den Profilzylinder machten 6,46 Prozent aus. Diese Kategorie umfasst unterschiedliche Angriffsarten und darf nicht mit Lockpicking gleichgesetzt werden.[7]
Auch bei Fenstern sowie Balkon- und Terrassentüren spielte das Aufhebeln eine zentrale Rolle. Das bedeutet nicht, dass spezielle Öffnungswerkzeuge niemals missbraucht werden. Eine solche Aussage wäre ebenso unseriös wie der pauschale Verdacht, jeder Besitzer eines Picksets könne damit eine Straftat begehen. Die Untersuchungen zeigen vielmehr, dass viele Wohnungseinbrüche mit gewaltsamen Methoden ausgeführt werden und bei den eindeutig identifizierten Werkzeugen allgemein verfügbare Werkzeuge eine große Rolle spielen. Das verbreitete Bild eines technisch perfekt ausgestatteten Einbrechers, der ein Schloss präzise und nahezu spurlos manipuliert, entspricht daher nicht der typischen Vorgehensweise, die in den ausgewerteten Fällen festgestellt wurde.
Was die Zahlen nicht beweisen
Die genannten Untersuchungen vergleichen weder Unternehmen noch Händler. Sie erfassen nicht, wo ein Schraubendreher, eine Brechstange oder ein Dietrich gekauft wurde. Aus den Zahlen lässt sich deshalb kein bestimmter Beschaffungsweg ableiten. Sie sind auch kein Freispruch für Hersteller professioneller Öffnungstechnik. Jede wirksame Technik kann theoretisch unberechtigt verwendet werden. Diese Möglichkeit muss ernst genommen werden. Die Zahlen helfen jedoch dabei, die Diskussion sachlich zu führen. Wer über Einbruchschutz spricht, sollte die tatsächlichen Angriffsmethoden betrachten und nicht nur die Methode, die besonders geschickt, geheimnisvoll oder sogar filmreif wirkt. Die Realität ist häufig weniger elegant. Türen und Fenster werden aufgehebelt, Beschläge beschädigt oder Zylinder gewaltsam angegriffen. Für Eigentümer ist diese Unterscheidung wichtig, weil sie zeigt, an welchen Stellen wirksamer Einbruchschutz ansetzen muss.
Was Verantwortung für uns konkret bedeutet
Für Multipick bedeutet Verantwortung, unberechtigte Öffnungen weder zu verharmlosen noch als unterhaltsame Herausforderung darzustellen. Unsere Produkte richten sich an Fachkräfte sowie an technisch interessierte Menschen, die ausschließlich an eigenen oder ausdrücklich freigegebenen Schließsystemen arbeiten. Erhalten wir belastbare Hinweise auf einen möglichen Missbrauch unserer Produkte, nehmen wir diese ernst. Multipick hat bereits mit zuständigen Behörden zusammengearbeitet, um bei der Einordnung und Aufklärung entsprechender Vorgänge im rechtlich zulässigen Rahmen zu unterstützen. Als Hersteller haben wir die Aufgabe, unsere Haltung sichtbar zu machen und bei konkreten Hinweisen nicht wegzusehen. Unsere Werkzeuge sind für Menschen gedacht, die berechtigt öffnen müssen, nicht für Menschen mit kriminellen Absichten.
Unser Anspruch
FDie verfügbaren Untersuchungen zeigen, dass bei Wohnungseinbrüchen überwiegend gewaltsame Methoden und allgemein verfügbare Werkzeuge eine Rolle spielen. Professionelles Lockpicking entspricht nicht der typischen Vorgehensweise. Das ändert nichts daran, dass wirksame Öffnungstechnik Verantwortung verlangt. Für uns bedeutet das, die legitime Nutzung klar zu benennen, Missbrauch nicht zu verharmlosen und dort zu handeln, wo konkrete Hinweise vorliegen. Unsere Werkzeuge sind für Menschen entwickelt, die berechtigt öffnen müssen. Diese Grenze ist für uns eindeutig.
Quellen / Datenstand: 16. Juli 2026
[1] Feuerwehr Gehrden: „Hilfeleistung – hilflose Person hinter verschlossener Tür“, Einsatzbericht vom 9. Januar 2026 https://www.feuerwehr-gehrden.de/einsatzberichte/hilfeleistung-hilflose-person-hinter-verschlossener-tuer-112/
[2] Feuerwehr.de: „Baby in Auto eingeschlossen“, Einsatzbericht München https://feuerwehr.de/einsatz/berichte/einsatz.php?n=76314
[3] Bundeskriminalamt: Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/PolizeilicheKriminalstatistik/PKS2025/Polizeiliche_Kriminalstatistik_2025/Polizeiliche_Kriminalstatistik_2025_node.html
[4] Polizeiliche Kriminalprävention:
Informationen zum Thema Wohnungseinbruch
https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/einbruch/
[5] Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen:
Wohnungseinbruchstudie, Dokumentation beim Deutschen Präventionstag
https://www.praeventionstag.de/dokumentation/download.cms?datei=DPT2016_KFN-2525.PDF
[6] Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft: Übersicht zu identifizierten Einbruchswerkzeugen https://www.gdv.de/resource/blob/14578/075bdc5e7729a55fd18680c9d8e379a5/grafik-welches-werkzeug-fuer-einbrueche-verwendet-wird-1324783324-data.pdf
[7] Deutsches Forum für Kriminalprävention: Kölner Studie 2017 zu Wohnungseinbrüchen in Köln und Leverkusen https://www.kriminalpraevention.de/files/DFK/einbruchschutz/2017_k%C3%B6lner_studie.pdf
[8] Polizeiliche Kriminalprävention: Technische Sicherheit und Empfehlungen zum Einbruchschutz https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/einbruch/technische-sicherheit/
Hinweis: Die genannten Erhebungen und Zahlen beziehen sich auf Deutschland. Die Verhältnisse in anderen Ländern können aufgrund abweichender Rahmenbedingungen und Erfassungsmethoden anders ausfallen.FAQ – alles was Sie wissen müssen.
1. Warum verkauft Multipick professionelle Öffnungswerkzeuge?
Professionelle Öffnungswerkzeuge werden gebraucht, wenn berechtigte Menschen Zugang schaffen müssen. Das kann ein Schlüsseldienst sein, eine Feuerwehr, eine Behörde, ein Sicherheitsfachmann oder ein ausgebildeter Techniker. Hinter einer verschlossenen Tür kann eine gestürzte Person liegen, ein Kind kann eingeschlossen sein oder ein Einsatz erfordert schnellen Zugang. Multipick entwickelt solche Werkzeuge nicht für Neugier, Mutproben oder unberechtigte Spielereien, sondern für Menschen, die fachlich, rechtlich und praktisch wissen, was sie tun.
2. Sind Öffnungswerkzeuge nicht auch für Einbrecher interessant?
Natürlich kann jedes wirksame Werkzeug missbraucht werden. Das gilt für ein Pickset genauso wie für einen Schraubendreher, einen Kuhfuß oder eine Bohrmaschine. Entscheidend ist deshalb der Umgang damit. Multipick spricht offen über diese Verantwortung und zieht eine klare Grenze: Unsere Werkzeuge sind für legale, berechtigte und nachvollziehbare Anwendungen gedacht. Eine unberechtigte Öffnung fremden Eigentums lehnen wir ohne Einschränkung ab. Technik darf faszinieren, aber sie darf nicht als Ausrede dienen, die Rechte anderer Menschen zu ignorieren.
3. Wer nutzt professionelle Öffnungstechnik legal?
Zu den legalen Anwendern gehören unter anderem Schlüsseldienste, Feuerwehren, Behörden, Hausverwaltungen, Sicherheitsfachleute, Ausbilder und technisch interessierte Menschen, die an eigenen oder ausdrücklich freigegebenen Schlössern arbeiten. Auch Locksport kann eine seriöse technische Beschäftigung sein, wenn er klar innerhalb legaler Grenzen stattfindet. Wer an einem Trainingszylinder übt, lernt Mechanik. Wer ohne Erlaubnis an fremdem Eigentum arbeitet, überschreitet eine Grenze.
4. Welche Rolle spielt Lockpicking bei Multipick?
Lockpicking gehört für Multipick zur Welt der Schließtechnik, Feinmechanik und Ausbildung. Es zeigt, wie Schlösser funktionieren, wo Sicherheitsmechanismen greifen und warum gute Schließtechnik mehr ist als ein Stück Metall mit Schlüsselkanal. Gleichzeitig ist klar: Lockpicking darf nur an eigenen Trainingsschlössern oder mit ausdrücklicher Erlaubnis stattfinden. Ohne Berechtigung gibt es keine legitime Öffnung. Das ist keine Fußnote, sondern die Grundlage für einen verantwortungsvollen Umgang mit dieser Technik.
5. Was zeigen Untersuchungen über typische Wohnungseinbrüche?
Untersuchungen zeigen, dass Wohnungseinbrüche häufig nicht mit filmreifen Spezialtechniken ausgeführt werden, sondern mit einfachen, gewaltsamen Methoden. In ausgewerteten Fällen spielten Werkzeuge wie Schraubendreher, Kuhfuß, Brechstange, Akkubohrmaschine oder Hammer eine deutlich größere Rolle als Dietriche. Das bedeutet nicht, dass Spezialwerkzeuge niemals missbraucht werden. Es zeigt aber, dass das verbreitete Bild vom lautlosen Profi-Einbrecher mit Pickset oft mehr Kino als Alltag ist. Die Realität ist meist gröber, lauter und weniger elegant.
6. Werden Einbrüche häufig mit Dietrichen oder Picksets begangen?
Die vorliegenden Untersuchungen sprechen eher dagegen, dass Dietriche oder Picksets bei Wohnungseinbrüchen die typische Methode sind. In einer älteren Aktenanalyse wurden Dietriche bei den identifizierten Werkzeugen mit 1,3 Prozent angegeben, während Schraubendreher mit 42,6 Prozent deutlich häufiger vorkamen. Solche Zahlen beweisen nicht, dass Spezialwerkzeuge nie missbraucht werden. Sie helfen aber, die Diskussion zu erden. Nicht jedes Pickset ist automatisch ein Einbruchswerkzeug, genauso wenig wie jeder Schraubendreher automatisch ein Tatwerkzeug ist.
7. Was bedeutet Verantwortung für Multipick konkret?
Verantwortung bedeutet für Multipick, die eigenen Werkzeuge nicht als Spielzeug, Mutprobe oder Grauzonenprodukt darzustellen. Wir benennen klar, wofür professionelle Öffnungstechnik gedacht ist: für berechtigte Anwendungen, Ausbildung, Einsatzkräfte, Sicherheitsarbeit und technisch sauberes Training. Ebenso klar ist die andere Seite: Missbrauch wird nicht verharmlost, nicht romantisiert und nicht als cleverer Trick verkauft. Wenn es belastbare Hinweise auf Missbrauch gibt, nimmt Multipick diese ernst und unterstützt im rechtlich zulässigen Rahmen auch die Aufklärung.
8. Warum ist der Unterschied zwischen berechtigter und unberechtigter Öffnung so wichtig?
Weil das Werkzeug allein nicht die ganze Geschichte erzählt. Eine Türöffnung durch die Feuerwehr, weil eine hilflose Person Hilfe braucht, ist etwas völlig anderes als das Öffnen fremden Eigentums ohne Zustimmung. Dasselbe technische Prinzip kann also je nach Situation völlig unterschiedlich bewertet werden. Deshalb kommt es auf Berechtigung, Zweck und Kontext an. Wer öffnen darf, braucht zuverlässiges Werkzeug. Wer nicht öffnen darf, hat an fremden Schlössern nichts verloren. Da gibt es keinen besonders geheimnisvollen Zwischenraum.
9. Warum braucht es trotz möglicher Risiken professionelle Öffnungstechnik?
Weil verschlossene Türen nicht nur Eigentum schützen, sondern in Notsituationen auch zum Hindernis werden können. Wenn Menschen gestürzt sind, Kinder eingeschlossen wurden oder Einsatzkräfte schnell Zugang brauchen, zählt nicht die theoretische Diskussion, sondern eine fachlich richtige Lösung. Professionelle Öffnungstechnik kann dabei helfen, Schäden zu vermeiden, Zeit zu sparen und Situationen kontrolliert einzuschätzen. Ohne solche Werkzeuge bliebe oft nur rohe Gewalt. Und die ist selten die schönere Antwort, auch wenn sie mit dem Vorschlaghammer manchmal sehr entschlossen aussieht.
10. Welche Haltung vertritt Multipick gegenüber Missbrauch?
Die Haltung ist eindeutig: Multipick duldet keinen Missbrauch professioneller Öffnungswerkzeuge. Unsere Produkte sind für Menschen gemacht, die berechtigt öffnen müssen oder legal an eigenen und freigegebenen Schließsystemen trainieren. Unberechtigte Öffnungen, kriminelle Absichten oder der Einsatz an fremdem Eigentum ohne Zustimmung stehen im direkten Widerspruch zu dem, wofür diese Werkzeuge gedacht sind. Gute Technik braucht Können, aber eben auch Haltung. Ohne diese Haltung bleibt nur Metall in der Hand, und das ist zu wenig.
Über den Autor
Lars Buchwald ist seit 2006 ein fester Bestandteil des Multipick-Teams, wo er sich mit Leidenschaft und Kompetenz dem Marketing und der Grafik widmet. Als ausgebildeter Grafiker und Werbetexter bringt er eine Fülle von Erfahrungen und Kreativität in seine Arbeit ein, die es ihm ermöglicht, die Botschaften der genialen Werkzeuge auf ansprechende und überzeugende Weise zu vermitteln. Mit einem feinen Gespür für die Bedürfnisse der Zielgruppe lenkt er die Geschicke im Marketing von Multipick. Sein Einsatz ist geprägt von einem hohen Maß an Sensibilität und dem richtigen Riecher zur rechten Zeit.
Als waschechter Bonner ist Lars nicht nur mit der Region eng verbunden, sondern hat auch seine Leidenschaft für die Vermarktung von Sperrwerkzeugen fest in sein berufliches Wirken integriert. Seine Verbundenheit mit der Stadt spiegelt sich in seiner Arbeit wider und verleiht seinen Marketingkampagnen eine authentische, Bonner Note.
Ähnliche Artikel
Über Multipick
Von Bonn aus in die Welt. Das war und ist unser Ziel. Multipick wurde 1997 hier gegründet und hat seitdem seinen Sitz und seine Produktion hier am Rhein.
Warum sollten wir von hier weggehen? Jeder, der schon einmal hier war, wird bestätigen, dass es hier sehr schön ist und die Menschen „typisch rheinisch“, weltoffen und freundlich sind. Schon früh begannen wir uns mit den verschiedensten Sperrwerkzeugen zu beschäftigen. Knackrohre und Glocken wurden ausprobiert und viele Erfahrungen mit den unterschiedlichsten Werkzeugen gesammelt. Egal ob Pickset oder Spezialwerkzeug für Feuerwehr und Schlüsseldienst, am Ende muss die Tür oder das Fenster geöffnet werden. Ganz nach dem Motto, Sie haben das Problem und wir die Lösung. Viele Werkzeuge, egal ob Hobby oder Beruf, werden aus unserem Lager in die ganze Welt verschickt. Öffnungskoffer für den Hausmeister und Schlüsseldienst, Picksets und Lockpicking Zubehör für den Locksport Enthusiasten und Hobbs'sche Haken für den Spezialisten, um den verschlossenen Tresor wieder zu öffnen.
Für unsere Spezialwerkzeuge gibt es tausende verschiedene Einsatzmöglichkeiten.
TFG-Bleche und Öffnungsnadeln, um die zugefallene Tür wieder zu öffnen. QA Pro 2 und unsere V-Pro Zugschrauben zum Öffnen der abgeschlossenen Tür. Zusätzlich Fräser und Bohrer für den Fall, dass es wirklich nicht anders geht. Viele nützliche Helfer wie Öffnungskarten, Keile, Türfallenspachtel, Türklinkenangeln und Spiralöffner, alles Produkte, die Ihnen helfen, Ihren Job zu machen. Aber auch wenn es mal etwas komplizierter wird, sind Sie bei uns in guten Händen. Produkte wie die Elektropicks Kronos und Artemis sind unsere absoluten Highlights. Wer gerne Bohrmuldenschlösser oder auch Scheibenschlösser öffnet, wird mit dem ARES-System seine Freude haben. Für die Fensteröffnung bieten wir Ihnen die Top-Produkte von Kipp-Blitz an. Beliebt bei Einsatzkräften wie Feuerwehr, THW und Polizei. Viele unserer Werkzeuge werden direkt bei uns hergestellt. Das gibt uns die Freiheit, schnell und kundenorientiert zu produzieren. Keine langen Lieferketten und Abhängigkeiten von Zulieferern. Das hat viele Vorteile für Sie und natürlich auch für unsere Umwelt. Ein Vorteil ist, dass Sie alles aus einer Hand bekommen und wir Ihnen so eine gleichbleibende Qualität bieten können. Das ist auch unser Versprechen an Sie, alles aus einer Hand, Made in Germany, Made in Bonn - versprochen.